
Der Nebeltrinkerkäfer ist ein zäher Kerl. Sein Körper hält eine Temperatur von 58° C aus. Aber wenn der Sand in der namibischen Wüste gegen Mittag über 80° heiß wird dann ist selbst dieser hitzebeständige Käfer froh um seine langen Beine. Dank ihrer aussergewöhnlichen Länge kann er seinen Körper genügend weit vom Sand entfernt halten. So huscht er flink über die heisse Fläche. Wird er müde, dann gräbt er sich in Windeseile in den Sand hinein. Unter der Oberfläche ist es nicht mehr gar so heiß. Stell dir den Mittagsspaziergang bei Familie Nebeltrinkerkäfer vor – ein lustiges aus dem Sand hüpfen, davonrasen und blitzschnell wieder verschwinden ist das.
Was am Nebeltrinkerkäfer auffällt sind die Noppen auf der Oberfläche seiner Deckflügel. Die braucht er zum Trinken. Seine einzige Chance um an Wasser zu kommen hat er am frühen Morgen. Um diese Zeit ziehen Nebelschwaden vom Atlantik her über die Sanddünen. Die Nebeltrinkerkäfer stellen sich auf den Dünenkamm. Dabei klammern sie sich mit den Vorderbeinen fest und strecken ihr Hinterteil in die feuchte Nebelluft. An den Noppen kondensiert das Wasser, das dann einer besonderen Rinne entlang bis zum Mund fliesst. Auf diese Weise können die Käfer an einem Morgen Wasser im Volumen von 40% ihres Körpergewichtes aufnehmen. Damit schaffen sie es durch die Mittagshitze – und wehe einer verschläft die Nebelschwaden, der fehlt am nächsten Morgen auf der Düne!
Mit einem vollen Tank in den Tag zu starten ist für die Nebeltrinkerkäfer überlebenswichtig. Ich glaube, dass das auch für uns Menschen gilt. Damit meine ich aber nicht nur ein gesundes Frühstück, sondern auch die geistliche Tankfüllung. Einen Moment des Ausrichtens auf Gott, ein Gebet, oder ein Bibeltext können solche geistliche Muntermacher sein. Sie sorgen dafür, dass ich in den Anforderungen des Tages nicht schlapp mache.
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Bibeltext zum Thema:
Wie der Hirsch (Nebeltrinkerkäfer!) lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Psalm 42.2+3
Bild: commons.wikimedia.org

Steven Bradburys Sport ist Eisschnelllauf. Eine aussergewöhnliche Wahl für einen Australier. Dieses Land ist ja nicht gerade bekannt für Eis und Schnee. In seiner Karriere hatte er es nicht immer leicht. Zweimal hatte er einen schweren Unfall. 1995 schnitt die Kufe eines anderen durch sein Bein und er verlor 4 Liter Blut. Im September 2000 schlidderte er nach einer Kollision kopfvoran in eine Bande und brach sich den 4. und 5. Halswirbel. Nach diesem Unfall sagten ihm die Ärzte, dass er nie wieder auf dem Eis stehen würde. Aber Steven Bradbury gab nicht auf und er kämpfte sich zurück, so dass er 2002 in Salt Lake City wieder an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte. Im Kurzrennen über 1000 Meter hätte niemand auf ihn gewettet. Er ging als Aussenseiter in die Wettkämpfe. Den Halbfinal erreichte er nur, weil ein anderer Sportler disqualifiert wurde. Im Halbfinal konnte er nicht mithalten und fiel weit zurück. Doch als drei Läufer vor ihm stürzten war er plötzlich als Zweiter im Ziel und für den Final qualifiziert. Ziemlich viel Glück für einen Aussenseiter aus Australien. Seine Konkurrenten im Final waren alle ein Klasse besser und Bradbury lief das Rennen von Beginn weg auf der letzten Position. Bis sich die Ereignisse in der letzten Kurve buchstäblich überschlugen. Ein Massensturz fegte alle Konkurrenten vom Eis und Bradbury überquerte als erster die Ziellinie. Er gewann Gold! Bradbury konnte es selbst kaum fassen. In einem Interview nachher sagte er: „Ich war ja offensichtlich nicht der Schnellste. Aber ich nehme diese Goldmedaille nicht für diese Minute auf dem Eis, sondern für die Ochsentour der letzten zehn Jahre.“
Der biblische Prophet Elia war ein Mann mit einem grossen Ziel. Er wollte den Menschen zu seiner Zeit Gottes gute Botschaft bringen: Dass da einer ist, der sie liebt, dass es Grund zur Hoffnung gibt und dass das Leben wertvoll ist. Für dieses Ziel hat er sich mit Leib und Leben eingesetzt und dabei grosse Abenteuer mit Gott erlebt. In der Bibel lesen wir aber auch davon, dass Elia einen Zusammenbruch erlebte. Nach einer besonders intensiven Zeit war plötzlich die Luft raus. Elia zog sich in die Wüste zurück und wollte den Lebensmut aufgeben. Dort begegnet ihm Gott und lehrt ihn eine entscheidende Lektion. Zuerst kommt ein starker Sturm – so gewaltig, dass Felsen zerbrechen – aber Gott begegnet Elia nicht im Sturm. Nach dem Sturm ein Erdbeben und nach dem Erdbeben ein Feuer – aber Gott ist weder im Erdbeben noch im Feuer. Plötzlich hört Elia ein leises Rauschen – shhhhhh – in diesem sanften Geräusch begegnet ihm Gott. Der Elia, der kurz vorher noch mit Pulverdampf und Pistolenrauch die Welt retten wollte, wird von Gott in die Stille geführt. Gott braucht hin und wieder ein “shhhhh!” um seine aktiven Knechte zur Ruhe zu bringen. Bist du bereit, auf dieses “shhhh!” zu hören. Nimmst du dir bewusste Momente der Stille, in denen du deine Ohren für Gottes Reden öffnest?
Aufgabe einer Predigt ist es, die Brücke vom Bibeltext zur aktuellen Situation der Zuhörer zu schlagen. Darum machte ich einen Stadtspaziergang. Ich durchstreifte Bern in der Absicht etwas Böses zu finden. Schon nach hundert Schritten wurde ich fündig. “Kill Blocher!” ist die Botschaft einer Wandsprayerei. Man darf ja unterschiedliche politische Meinungen haben, aber deswegen gleich zum Mord an einem Politiker aufzurufen geht zu weit. Das ist pure Bosheit.
Kurz darauf stechen mir die Abfalleimer auf einem Kinderspielplatz ins Auge. Neben einem frisch gebauten Schneemann fällt mir das Kabel im Eimer auf, das den Deckel mit der Wand verbindet. Es ist ein bombensicherer Abfalleimer und das Kabel dient dazu, dass im Falle einer Bombenexplosion der Deckel nicht davonfliegt und jemanden verletzt. Was ist das für eine Welt, in der auf Kinderspielplätzen bombensichere Abfalleimer nötig sind?
Eigentlich ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, die den Menschen, die den Lebensmut verlieren, nichts anderes als Zäune anzubieten hat.













