Nebeltrinkerkäfer

nebeltrinker wikimedia klein

Der Nebeltrinkerkäfer ist ein zäher Kerl. Sein Körper hält eine Temperatur von 58° C aus. Aber wenn der Sand in der namibischen Wüste gegen Mittag über 80° heiß wird dann ist selbst dieser hitzebeständige Käfer froh um seine langen Beine. Dank ihrer aussergewöhnlichen Länge kann er seinen Körper genügend weit vom Sand entfernt halten. So huscht er flink über die heisse Fläche. Wird er müde, dann gräbt er sich in Windeseile in den Sand hinein. Unter der Oberfläche ist es nicht mehr gar so heiß. Stell dir den Mittagsspaziergang bei Familie Nebeltrinkerkäfer vor – ein lustiges aus dem Sand hüpfen, davonrasen und blitzschnell wieder verschwinden ist das.

Was am Nebeltrinkerkäfer auffällt sind die Noppen auf der Oberfläche seiner Deckflügel. Die braucht er zum Trinken. Seine einzige Chance um an Wasser zu kommen hat er am frühen Morgen. Um diese Zeit ziehen Nebelschwaden vom Atlantik her über die Sanddünen. Die Nebeltrinkerkäfer stellen sich auf den Dünenkamm. Dabei klammern sie sich mit den Vorderbeinen fest und strecken ihr Hinterteil in die feuchte Nebelluft. An den Noppen kondensiert das Wasser, das dann einer besonderen Rinne entlang bis zum Mund fliesst. Auf diese Weise können die Käfer an einem Morgen Wasser im Volumen von 40% ihres Körpergewichtes aufnehmen. Damit schaffen sie es durch die Mittagshitze – und wehe einer verschläft die Nebelschwaden, der fehlt am nächsten Morgen auf der Düne!

Mit einem vollen Tank in den Tag zu starten ist für die Nebeltrinkerkäfer überlebenswichtig. Ich glaube, dass das auch für uns Menschen gilt. Damit meine ich aber nicht nur ein gesundes Frühstück, sondern auch die geistliche Tankfüllung. Einen Moment des Ausrichtens auf Gott, ein Gebet, oder ein Bibeltext können solche geistliche Muntermacher sein. Sie sorgen dafür, dass ich in den Anforderungen des Tages nicht schlapp mache.

___________________

Bibeltext zum Thema:

Wie der Hirsch (Nebeltrinkerkäfer!) lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Psalm 42.2+3

Bild: commons.wikimedia.org

Tags: , , ,

Gespensterfisch

barreleye1-350

Auf dem Bild ist ein Gespensterfisch (Macropinna microstoma). Dieser Fisch wird bis zu elf Zentimeter lang und lebt in der Tiefsee im nördlichen Pazifik. Er hat besonders grosse Flossen, die es ihm ermöglichen regungslos im Wasser am Ort zu bleiben oder sich nur ganz langsam und sachte fortzubewegen. So kann er von anderen Fischen fast unbemerkt im Wasser schweben. Einerseits schützt er sich so selber vor dem gefressen werden und andererseits kann er sich so ganz heimlich an seine Beute anschleichen. Sein Lieblingsessen sind Quallen. Das Problem ist nur, dass es in den Tiefen des Meeres, wo er lebt, stockdunkel ist. Damit er dort trotzdem überleben kann hat ihm der Schöpfer eine ganz besondere Ausstattung mit auf den Weg gegeben. Er hat besonders lichtstarke Augen, die auch den winzigsten Lichtrest erkennen können. Um das Licht besser aufzunehmen ist seine Kopfhaut durchsichtig. Durch diese Haut sieht man auf dem Bild die Linsen, die das Licht bündeln und in die darunterliegenden Röhrenaugen projizieren. Fantastisch ist, dass dieser Fisch seine Augen innerhalb der flüssigkeitsgefüllten durchsichtigen Hülle bewegen kann. Im Moment schaut er nach oben, um die über ihm schwimmende Nahrung als Silhouette gegen das schwache Tageslicht zu erkennen. Ist die Beute gefunden kann er seine Augen um 90° nach vorne klappen und so die Beute mit seinem Mund fangen. Die beiden dunklen dunklen Punkte oberhalb des Mundes sehen zwar aus wie Augen, sind aber Riechorgane.
Stell dir vor, du hättest einen durchsichtigen Kopf, und alle könnten darin deine Gedanken lesen. Wenn es dir geht wie mir, dann würde dieser Kopf sehr schnell rot anlaufen. Nämlich immer dann, wenn ich einen Gedanken denke, für den ich mich schäme und den ich lieber niemandem erzählen möchte. Ich würde mich kaum mehr aus dem Haus trauen – und wenn doch, dann sicher nur mit Hut!

Ich bin froh, dass ich meinen dicken Schädel habe und meine Gedanken weiter vor meinen Mitmenschen verstecken kann. Aber was Menschen nicht sehen können, das sieht Gott. In der Bibel ist beschrieben, dass unsere Köpfe für Gott so durchsichtig sind wie die des Gespensterfisches. In Psalm 139.2 steht: „Du verstehst meine Gedanken von fern.“ Gott kennt meine Gedanken – eigentlich auch ein Grund zum rot werden! Zum Glück verurteilt mich Gott nicht so wie mich Menschen wegen meiner Gedanken verurteilen würden. Gott liebt mich so, wie ich bin – das Gesamtpaket, inklusive aller guten und bösen Gedanken.

_____________________

Bild: Robison/Reisenbichler Monteray Bay Research Institute

Tags: , , ,

Ein glücklicher Gewinner

flickr jungleboySteven Bradburys Sport ist Eisschnelllauf. Eine aussergewöhnliche Wahl für einen Australier. Dieses Land ist ja nicht gerade bekannt für Eis und Schnee. In seiner Karriere hatte er es nicht immer leicht. Zweimal hatte er einen schweren Unfall. 1995 schnitt die Kufe eines anderen durch sein Bein und er verlor 4 Liter Blut. Im September 2000 schlidderte er nach einer Kollision kopfvoran in eine Bande und brach sich den 4. und 5. Halswirbel. Nach diesem Unfall sagten ihm die Ärzte, dass er nie wieder auf dem Eis stehen würde. Aber Steven Bradbury gab nicht auf und er kämpfte sich zurück, so dass er 2002 in Salt Lake City wieder an den Olympischen Spielen teilnehmen konnte.  Im Kurzrennen über 1000 Meter hätte niemand auf ihn gewettet. Er ging als Aussenseiter in die Wettkämpfe. Den Halbfinal erreichte er nur, weil ein anderer Sportler disqualifiert wurde. Im Halbfinal konnte er nicht mithalten und fiel weit zurück. Doch als drei Läufer vor ihm stürzten war er plötzlich als Zweiter im Ziel und für den Final qualifiziert. Ziemlich viel Glück für einen Aussenseiter aus Australien. Seine Konkurrenten im Final waren alle ein Klasse besser und Bradbury lief das Rennen von Beginn weg auf der letzten Position. Bis sich die Ereignisse in der letzten Kurve buchstäblich überschlugen. Ein Massensturz fegte alle Konkurrenten vom Eis und Bradbury überquerte als erster die Ziellinie.  Er gewann Gold! Bradbury konnte es selbst kaum fassen. In einem Interview nachher sagte er: „Ich war ja offensichtlich nicht der Schnellste. Aber ich nehme diese Goldmedaille nicht für diese Minute auf dem Eis, sondern für die Ochsentour der letzten zehn Jahre.“

Der glückliche Gewinn der Goldmedaille von Steven Bradbury hat mich an eine Passage aus der Bibel erinnert. “Die Letzten werden die Ersten sein!”, sagt Jesus in Matthäus 19.30. Und er meint damit, dass wir uns den grössten Gewinn im Leben nicht erarbeiten können. Von Gott angenommen zu sein ist das grösste Geschenk – und ein Gewinn, der sogar Olympisches Gold überdauert.

Hier gehts zum Video von Bradburys grossem Tag!

__________

Bild: Flickr/jungleboy / Auf dem Bild ist Apolo Ohno, einer der Konkurrenten von Bradbury

Tags: , , , , , ,

Gott sagt “shhhh!”

psstDer biblische Prophet Elia war ein Mann mit einem grossen Ziel. Er wollte den Menschen zu seiner Zeit Gottes gute Botschaft bringen: Dass da einer ist, der sie liebt, dass es Grund zur Hoffnung gibt und dass das Leben wertvoll ist. Für dieses Ziel hat er sich mit Leib und Leben eingesetzt und dabei grosse Abenteuer mit Gott erlebt. In der Bibel lesen wir aber auch davon, dass Elia einen Zusammenbruch erlebte. Nach einer besonders intensiven Zeit war plötzlich die Luft raus. Elia zog sich in die Wüste zurück und wollte den Lebensmut aufgeben. Dort begegnet ihm Gott und lehrt ihn eine entscheidende Lektion. Zuerst kommt ein starker Sturm – so gewaltig, dass Felsen zerbrechen – aber Gott begegnet Elia nicht im Sturm. Nach dem Sturm ein Erdbeben und nach dem Erdbeben ein Feuer – aber Gott ist weder im Erdbeben noch im Feuer. Plötzlich hört Elia ein leises Rauschen – shhhhhh – in diesem sanften Geräusch begegnet ihm Gott. Der Elia, der kurz vorher noch mit Pulverdampf und Pistolenrauch die Welt retten wollte, wird von Gott in die Stille geführt. Gott braucht hin und wieder ein “shhhhh!” um seine aktiven Knechte zur Ruhe zu bringen. Bist du bereit, auf dieses “shhhh!” zu hören. Nimmst du dir bewusste Momente der Stille, in denen du deine Ohren für Gottes Reden öffnest?

_______________________

Übrigens, Stille ist neuerding käuflich. Auf Amazon kann man eine Schweigeminute kaufen. Die Idee stammt von der Caritas und der Erlös geht an die Erdbebenopfer in Haiti.

Bild: sybex.de

Tags: , , ,

Anders als die Anderen


P1010032klein

Gott wollte diese Welt in all ihrer Bosheit vernichten. Zum Glück schaute er noch genauer hin. Es war nämlich nicht alles verloren! In Vers 6 steht: “Noah fand Gnade vor dem Herrn.” Da war einer, der nicht mit der Masse ging. Mitten im Unrecht lebte er nach den Massstäben der Gerechtigkeit. Mitten in der Bosheit übte er Liebe. Mitten in der Verzweiflung machte er Hoffnung. Noah lebte entschieden anders als die Anderen!

Noah war der Funke Hoffnung, der Gott dazu bewogen hat, seine Schöpfung nicht ganz aufzugeben. Ein einzelner Hoffnungsträger wurde für Gott zum Anlass, den Menschen eine zweite Chance zu geben. Das ist eine starke Botschaft. Mir geht es oft so, dass ich über der Not und dem Unrecht in der Welt die Hoffnung verliere. “Was kann ein Einzelner schon ausrichten?” denke ich in solchen Momenten. Was, wenn Noah auch so gedacht hätte?

___________

Bild: Stefanie Fischer

Tags:

Gott wird emotional!

Bei Noah im ersten Mosesbuch steht, wie Gott auf die düstere Bestandesaufnahme reagierte: “Da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.” (1. Mose 6.6)

Das Wort, das hier in der Luther Übersetzung mit “bekümmern” übersetzt wird, beschreibt in der Originalsprache Hebräisch das Zerreissen des Herzens. Gott reagiert nicht teilnahmslos auf das Negative in der Welt. Nein, es geht ihm sehr nahe – es zerreisst ihm das Herz! Und ich kann verstehen, dass er am liebsten den Bettel hinschmeissen möchte. Weiter steht im Bibeltext: “und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.”

Darf Gott so reden? Darf er in dieser Art Gefühle zeigen? Darf Gott ausrasten und den Bettel hinschmeissen? Sollte Gott nicht die Fassung behalten?

Wir haben es mit einem lebendigen Gott zu tun. Einem Gott der auch Gefühle hat. In der Bibel lesen wir auch an anderer Stelle von Gottes Gefühlen: Wie hier vom Zorn, aber auch von Trauer. Ebenso lesen wir über Freude, die Gott empfindet, dass er jubelt und lacht. Und als Wichtigstes lesen wir in der Bibel über seine Liebe. Der lebendige Gott ist kein gefühlskalter Weltenherrscher, sondern ein liebevoller Schöpfer, der die Beziehung zu seinen verlorenen Kindern sucht. Und er kommt uns dabei sogar in den Emotionen sehr nahe. Nur ein gefühlvoller Gott kann echt mitfühlen.

Tags: , , ,

Ein trauriger Stadtspaziergang

Diesen Sonntag predige ich über Noah. Seine Lebensgeschichte ist in der Bibel aufgezeichnet. Sie beginnt mit einer Beschreibung der Gesellschaft in der er lebte.  Nachzulesen in 1. Mose 6.5: “Als aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar…” 15012010379Aufgabe einer Predigt ist es, die Brücke vom Bibeltext zur aktuellen Situation der Zuhörer zu schlagen. Darum machte ich einen Stadtspaziergang. Ich durchstreifte Bern in der Absicht etwas Böses zu finden. Schon nach hundert Schritten wurde ich fündig. “Kill Blocher!” ist die Botschaft einer Wandsprayerei. Man darf ja unterschiedliche politische Meinungen haben, aber deswegen gleich zum Mord an einem Politiker aufzurufen geht zu weit. Das ist pure Bosheit.

15012010357Kurz darauf stechen mir die Abfalleimer auf einem Kinderspielplatz ins Auge. Neben einem frisch gebauten Schneemann fällt mir das Kabel im Eimer auf, das den Deckel mit der Wand verbindet. Es ist ein bombensicherer Abfalleimer und das Kabel dient dazu, dass im Falle einer Bombenexplosion der Deckel nicht davonfliegt und jemanden verletzt. Was ist das für eine Welt, in der auf Kinderspielplätzen bombensichere Abfalleimer nötig sind?

Dann die Kirchenfeldbrücke: Ein hoher Wildzaun hindert Menschen daran, sich von dieser Brücke aus in den Tod zu stürzen! Weil die Zahl der Suizide an diesem Ort in den letzten Monaten dramatisch zugenommen hat, wurde diese Massnahme nötig. 15012010353Eigentlich ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft, die den Menschen, die den Lebensmut verlieren, nichts anderes als Zäune anzubieten hat.

Oder doch? Auf einer Plakatwand wird für eine Ferienmesse geworben. “Wir zeigen ihnen den Weg ins Paradies” steht dort neben einem Bild von einem traumhaften Sandstrand. Wer wie ich noch den “Schutzzaun” im Kopf hat, findet dieses Heilsversprechen hohl und leer. Ebenso wenig hilfreich – dafür witziger – das Angebot eines Coiffeursalons:15012010372

Dort steht auf Schweizerdeutsch: “Willst du erfolgreich, glücklich und fröhlich sein? Die tolle Frisur vom Coiffeur Vérène hilft dir dabei!”

Spazieren macht hungrig und ich kaufte mir an einer Theke in einem Supermarkt etwas zu essen. In dem Moment wurde ich Zeuge, wie eine Frau, offenbar die Chefin, eine halbleer getrunkene Getränkeflache zwischen zwei Geräten findet. “Wem gehört das!” ruft sie energisch in die Runde. Eine Verkäuferin meldet sich zerknirscht. “Wo ist der Kassenzettel!” fragt die Chefin barsch nach. “In der Garderobe…” lautet die hilflose Ausrede. Offenbar hat sie das Getränk ohne zu bezahlen bezogen. Ich mag ihr das Getränk ja gönnen, aber die Unehrlichkeit und den offensichtlichen Diebstahl mag ich nicht.

Der unsaubere Umgang mit Geld und Besitz wird nicht nur im Kleinen, sondern auch im Grossen gepflegt. In fetten Lettern preist ein Plakat eines Verkäufers für Unterhaltungselektronik seine Aktion zum 15jährigen Jubiläum an. Die Aktion besteht nicht aus Rabatten, sondern einzig auf dem Angebot von 0% Zinsen auf Ratenzahlungen. Was für ein Angebot! Jetzt darf ich mich sogar noch gratis verschulden!

Am Ende meines Spazierganges erlebe ich Zensur. Als ich die teuerste Uhr im Schaufenster eine Juweliers fotografieren will, drückt mir eine nett lächelnde Verkäuferin die Kamera nach unten. Fotografieren ist verboten. Warum es nicht erlaubt sein soll, vom öffentlichen Grund aus ein Schaufenster zu fotografieren, kann sie mir nicht erklären. Dafür schenkt sie mir einen luxuriös gestalteten Katalog eines Uhrenherstellers mit Uhren, die bis zu 300′000.- CHF kosten. Diese Bilder dürfe ich verwenden. Nebenbei bemerkt hätte ich während meiner Tour mehrfach die Gelegenheit gehabt nackte Körper zu fotografieren. Offensichtlich lebe ich in einer Kultur, in der das Bild einer teuren Uhr besser geschützt wird als das einer nackten Frau.

Dieser kurze Spaziergang hat mich ins Grübeln gebracht. Klar habe ich bewusst nur auf das Negative fokussiert, es hätte sicher auch viel Schönes zu entdecken gegeben. Aber diese bewusste Sicht auf das Dunkel in dieser Welt hat auch mein Herz dunkel gemacht – es war ein trauriger Spaziergang.

Tags:

Albatross: Geboren um zu fliegen!

Wer in der Schule eine schlechte Note erhalten hat, kennt das Gefühl. Man schämt sich, wenn man etwas nicht gut kann. Heute werden wir ein Tier anschauen, das auch etwas nicht gut kann. Es geht ums Starten und Landen. Wenn man ein Elefant ist, kann einem das egal sein. Von keinem Elefanten wird erwartet, dass er elegant in die Luft fliegen kann. Wenn man aber ein Vogel ist, dann sieht das anders aus. Wer Federn und Flügel hat, sollte doch ein Experte im Starten und Laden sein – oder?

albatraoo landen

Der Wanderalbatros hält einen Rekord. Er hat mit 3.63 m die grösste Flügelspannweite aller Vögel. Und er ist mit seinen ca. 10 kg gleichzeitig auch einer der schwersten – ausser dem Strauss und einigen Hühnervögeln natürlich, aber die haben das Fliegen ja schon lange aufgegeben!

Der Albatross: Ein schön grosser Vogel – mit einem “kleinen” Problem. Das mit dem Starten und Landen will ihm einfach nicht recht gelingen. Wenn es windstill ist, kann er überhaupt nicht vom Boden abheben. Er braucht Gegenwind um genügend Auftrieb zu erzeugen. Um zu starten rennt er los und flattert mit den Flügeln. Wobei “rennen” etwas übertrieben ist. Sein Lauf gleicht eher einem aufgeregten Watscheln, bei dem die Flossenfüsse recht unkontrolliert auf den Boden patschen und manchmal seitwärts ausreissen. Nur wenn die Bedingungen gut sind, dann hebt er knapp ab und steigt allmählich in höhere Winde. Das Landen ist für ihn noch viel schwieriger. Es gelingt ihm nicht, seinen Schwung genügend abzubremsen um kontrolliert mit den Füssen aufzusetzen. Meistens berühren seine Flossen nur für einen Augenblick den Boden und dann setzt er als nächstes seinen Bauch auf. Wenn er dabei nicht auch gleich noch einen Purzelbaum macht, dann gilt es schon als gute Landung. Hin und wieder passiert es, dass es nicht gut geht und sich der Albatross bei der Landung verletzt. Wegen dieser Gefahr vermeiden es die Tiere auch nach Möglichkeit zu landen. Sie bleiben lieber in der Luft. Manchmal fliegen sie über 1000 km ohne auch nur einmal den Boden zu berühren. Futter gesucht und gegessen wird auf dem Meer. Wasserlandungen sind weicher. Die Vögel kommen eigentlich nur fürs Brüten an Land.

Ihr Element ist die Luft. Denn wenn der Albatross mal in der Luft ist, gehört er zu den besten Fliegern der Vogelwelt. Sein Flug sieht nicht nur sehr elegant aus, nein ist ein super Gleiter und kann Winde enorm gut ausnutzen. Als einziger Vogel beherrscht er den dynamischen Segelflug, eine Technik die auch unter menschlichen Piloten als Meisterstück gilt. Der Albatross fliegt selbst in wilden Stürmen und rauscht auch mal ganz knapp an den Klippen vorbei.

albatross klein

Es ist klar: Das Lebenselement vom Albatross ist die Luft. An Land ist er eine Niete und bekommt die schlechtesten Noten beim Starten und Landen. Aber ehrlich, was hat einer an Land zu suchen wenn er Fliegen kann wie ein Albatross. In der Luft erhält er nur die besten Noten. Dort gehört er hin.

Ich glaube dass auch wir Menschen unser Element haben. Einen Ort wo wir hingehören. In der Bibel lesen wir mehrere Geschichten von Menschen, die nicht ganz am rechten Ort waren – bis sie Gott begegnen und der ihnen zeigt, was eigentlich ihre Aufgabe ist. Mose sollte kein Wüstenhirte sein, sondern ein Freiheitskämpfer. David hatte nichts mehr bei den Schafen verloren, sondern sollte gegen Goliath kämpfen und König von Israel werden. Petrus sollte nicht mehr Fische fangen sondern Menschen für Jesus gewinnen und der Platz von Paulus  war nicht in den Gelehrtenstuben, sondern auf den Missionsreisen. All diesen Menschen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie im Leben nicht immer die besten Noten erhalten haben, aber dass es einen Platz gab, von dem sie wussten, dass sie da hingehören. Einen Platz, an dem sie ihre von Gott gegebene Aufgabe zu 100% erfüllen konnten. Einen Ort, der zu ihnen passte, wo sie mit Freude und Lebensenergie erfüllt wurden – einen Ort an dem sie Spitzenklasse waren.

Wie sieht das bei dir aus? Hast du dein Lebenselement schon entdeckt, oder kämpfst du noch mit den schlechten Noten?

__________

Bilder: commons.wikimedia.org

Tags: , , ,

Mickriger Weihnachtsbaum

Neben der Autobahn kurz vor Fort Worth in Texas steht ein knorriger Mimosenbaum. Gewachsen auf dürrer Erde ohne Saft und beinahe leblos – kein schöner Anblick. Normalerweise brausen die Pendler, die in die Grossstadt zur Arbeit fahren, achtlos an diesem Gestrüpp vorbei. An Weihnachten ist es anders. Seit 1993 wird dieser Baum in der Adventszeit geschmückt. Damit angefangen hat eine obdachlose Frau, die Christbaumschmuck zusammengesammelt und an den Baum gehängt hat. Und als sie es nicht mehr weiter machen konnte, sprangen anonyme Anwohner in die Lücke. Seither wird der Baum regelmässig an Festtagen von unbekannter Hand geschmückt. Jodi Hodges, eine Mitarbeiterin des Amtes für Strassenunterhalt, erzählt davon, wie immer wieder Menschen bei ihr anrufen um für den besonderen Weihnachtsschmuck zu danken. Ein mickriger Weihnachtsbaum wurde für diese Autofahrer zum Boten von Hoffnung und Freude.

Dieser struppige Baum würde es wohl in kein Weihnachtschaufenster eines Warenhauses in der Innenstadt schaffen. Aber vielleicht bereitet gerade dieser unbeholfene Baum an einem unerwarteten Ort mehr Menschen Freude. Ist da nicht eine Weihnachtsbotschaft für uns alle drin? Wenn wir Weihnachten feiern, dann geht es nicht darum ein perfektes Fest zu machen. Wir müssen uns nicht vom Anspruch der professionell dekorierten Schaufenster unter Druck setzen lassen. Nein, wir können die uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen um Gottes Liebe weiterzugeben. Einfach – dafür ehrlich und von Herzen.

______________________________

Gefunden bei: www.kalorienbomben.org Mahlzeit Nr. 141

Originalatikel aus: http://www.usatoday.com/life/lifestyle/2003-12-23-texas-tree_x.htm

Tags: , , ,

The Eddie – Hintergrund zum Surferwettbewerb

Im Moment findet auf Hawaii der Surferwettbewerb “The Eddie” statt.

hier gibts Bilder , hier einen Artikel

Viele Medien berichten von diesem Event, der nur stattfindet, wenn die Wellen in Hawaii über 7 Meter hoch werden. Zum letzten Mal war das 2004 der Fall. Was bei der Berichterstattung ausgeklammert blieb war die Hintergrundgeschichte über Eddie Aikau, der dem Wettbewerb den Namen verliehen hat. Dafür gibts mich, yours truly…

Eddie would go!

Der Namenspatron dieses Surferwettbewerbs ist Eddie Aikau. Seine Geschichte ist die des grössten Opfers. Eddie war Rettungsschwimmer am Strand von Waimea, nördlich von Honolulu. 1971 erhielt er für seine Leistungen die Auszeichnung: “Lebensretter des Jahres”. In seiner Freizeit war er leidenschaftlicher Surfer, der bekannt dafür war, sich selbst bei den gefährlichsten Bedingungen in die Wellen zu wagen.

mob208_1237290450
Eddie Aikau

1978 nahm Eddie an einer Forschungsreise teil. Es ging darum mit nachgebauten historischen Booten die polynesische Einwanderung nach Hawaii zu erforschen. Eddie begleitete solch ein Boot als Rettungsschwimmer. Der Start am 16. März 1978 verlief glatt. Doch schon bald schlug das Bott leck. 19 km südlich der Insel Molokai kenterte das Boot. Die Mannschaft konnte sich am Boot festhalten, aber es war manöverierunfähig. In dieser Situation entschloss sich Eddie Hilfe zu holen. Er paddelte mit seinem Surfbrett davon. 19 km offene See lagen vor ihm. Eddie schaffte es nicht und blieb verschollen. Seine Crew hingegen wurde später durch die Küstenwache gerettet.

Als Überschrift der Tafel zum Gedenken an Eddies Opfer steht der Text aus Johannes 15: “Die grösste Liebe beweist der, der sein Leben für die Freunde hingibt.”

Eddie Ceremony
______________

Bilder: commons.wikimedia.com

Tags: , , ,