Chat mit Gott

Unter welchem Nicknamen würde sich Gott heute einloggen, um mit dir zu chatten?

Superman

Wir leben in einer Zeit ohne Helden. Unsere Stars sind hübsch, reich und sportlich. Rote Teppiche, Fotografen und Autogrammjäger machen sie aber noch lange nicht zu Helden. Ein Held setzt sein Leben für eine gute Sache ein. Wenn notwendig, rettet er die Welt. Und das nicht, weil er Applaus möchte, sondern weil es die Welt wert ist, gerettet zu werden. Wenn der Prophet Jesaja von Gott spricht, redet er von einem Helden. So zum Beispiel in Jesaja 42.13 „Der Herr zieht aus wie ein Held.“ Kann es sein, dass wir wahres Heldentum nicht erkennen, weil wir am falschen Ort suchen? Kann es sein, dass Superman tatsächlich existiert?

Angsthase

Angsthasen werden ausgelacht. Ich gebe nicht gerne zu, wenn ich Angst habe. Für mich ist Ängstlichkeit ein Schwäche. Jesus sagte einmal: „Jetzt habe ich grosse Angst.“ Ist er deswegen ein Angsthase und ein Schwächling? Spannend ist, was Jesus als nächstes sagt: „Soll ich deshalb beten: Vater, bewahre mich vor dem, was bald auf mich zukommt? Nein, denn ich bin in die Welt gekommen, um diese Stunde zu durchleiden.“ (steht so in Johannes 12.17) Wow, mir gefällt das. Mut mitten in der Angst. Mit dem Blick auf die baldige Gefangennahme und Folterung diese Tapferkeit im Wissen um den Auftrag, der vor ihm steht. Jesus fürchtete sich nicht vor der Angst, sondern stellte sich mitten hinein. Wie sieht das bei mir aus? Bin ich auf der Flucht vor meiner eigenen Angst? Fehlt mir der Mut mich zu fürchten, weil ich nichts wage?

Grosser Bruder

Hagar steht auf der Verliererseite des Lebens. Abraham zeugte mit ihr ein Kind, weil seine Frau Sarah keine Kinder kriegen konnte. Sarah wurde eifersüchtig auf Hagar und jagte sie in die Wüste. Dort ist sie nun. Schwanger auf der Flucht. Ohne Schutz und Nahrung. In dieser auswegslosen Situation begegnet ihr Gott und spricht ihr Mut zu. Er zeigt ihr einen Weg auf, den sie gehen kann. In 1. Mose 16.13 steht, was Hagar zu Gott gesagt hat: Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Wenn ich mich einsam fühle, oder in einer auswegslosen Situation befinde, bedeutet mir diese Geschichte viel. Selbst wenn ich in der Wüste verloren gehe – Gott lässt mich nicht aus den Augen. Er sieht meine Verlorenheit, meine Einsamkeit und meine Not.

Zeitlos

Alles Warten hat ein Ende. Irgendwann kommt jedes Trämli. Irgendwann ist jede Schulstunde vorbei. Irgendwann bin ich 18 Jahre alt. Irgendwann werde ich pensioniert.

Zeit verrinnt. Ich kann sie nicht aufhalten, zurückspulen oder den “Zeitlupe-Knopf” drücken.

Abraham nannte Gott “EL OLAM” was auf deutsch “ewiger Gott” heisst. (1. Mose 21.33)

Ewig heisst nicht endloses Warten, sondern der Ausstieg aus dem Diktat der Zeit. Gott hat keine Armbanduhr. Er ist nie zu spät. Er ist nie im Stress und muss sich beeilen für einen nächsten Termin. Er hat keinen Wecker.

Gott steht über der Zeit. Er hält sie in seinen Händen

Mister Schmerz

Ich bin wehleidig. Ein kleiner Schnitt mit dem Küchenmesser ist für mich ein Grund zum Zorn.

Morgen ist Karfreitag. Ein Tag zum Andenken an den Tod von Jesus. Es war schmerzhaft. Jesus wurde gefoltert. In Jesus kommt Gott mitten in den Schmerz und das Leiden. Und er hält es aus. Warum lässt er das zu?

In Jesaja 53.4+5 steht:
“Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.”

Reiseberater

Solange ich lebe bin ich auf der Reise. Die festen Mauern meines Hauses täuschen. Ich bin hier nicht für immer zu Hause.

Die Bibel beschreibt Gott als den Gott Abrahams (z.B. 1. Mose 28.13). Was ist das besondere an Abraham?
Eines Tages sprach Gott zu Abraham: “Geh fort aus deinem Land, verlass deine Heimat und deine Verwandschaft, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde!”

Auf Gott zu hören kann abenteuerlich sein. Es kann der Beginn einer grossen Reise werden. Keine Pauschalreise mit Frühstücksbuffet und Swimmingpool – sondern das Abenteuer deines Lebens.

DJ Beinhart

Eines der schönsten Gefühle auf einer Achterbahn ist der erste Schritt auf festem Boden beim Aussteigen. Nach dem wilden Geschüttel und Gerüttel endlich stabilen Boden unter den Füssen.

Mein Leben ist manchmal auch eine Achterbahn: Schnelle Kurven, Höhenflüge, Talfahrten und nicht wissen wo mir der Kopf steht.

Da geniesse ich es auszusteigen, mir Zeit für Gott zu nehmen. Ein paar Schritte auf festem Boden zu tun.

In 5. Mose 32.4 steht: Er ist ein Fels.

Und das ist gut so.

Grrrr!

In Klagelieder 3.10 steht:
“Gott hat mir aufgelauert wie ein Bär”

Der Bär ist ein mächtiges Tier. Er ist stärker als wir Menschen. Ein wilder Bär löst in mir Gefühle des Respekts und der Demut aus. Ich bewundere diese Tiere.
Mit einem eingesperrten Bären habe ich Mitleid.

Mir passiert es oft, dass ich Gott einsperren will. Ich mache mir ein Bild von ihm und er muss sich meinen Vorstellungen anpassen. Da liege ich falsch. Ich kann Gott nicht in meinen Hosensack einpacken. Ich kann Gott nicht zähmen und ihm eine weiche Plüschkappe überziehen.

Gott ist frei. Er ist mächtig und grösser als meine Vorstellungskraft.
Gott ist auch ein wilder Bär.

Knuddelchen

Meine Antwort auf einen harten Tag lautet: Plüschsofa! Ein Ort zum ausruhen und die Seele baumeln lassen.

In Hebräer 4.10 steht:
“Wer zu dieser Ruhe gefunden hat, wird von all seiner Arbeit ausruhen können, so wie Gott am siebten Schöpfungstag von seinen Werken ruhte.”

Erstens: Gott macht auch mal Pause! Er liebt es auszuruhen.

Zweitens: Gott will, dass auch ich zur Ruhe komme.

Drittens: Warum stellen wir harte Holzbänke in unsere Kirchen?

6 Kommentare zu “Chat mit Gott

  1. Wenn ich mit Gott chatten könnte:

    Ich klicke ihn an. Er antwortet nicht. Ist er überlastet mit Chatanfragen? kann GOTT überlastet sein mit Chatanfragen? Nimmt er entgegen? So wie die Sozialhilfe die Gesuche entgegennimmt? Muss ich mich gedulden, bis er alle Abklärungen gemacht hat? Sind alle Dokumente für die Anspruchsabklärung vorhanden? – – – Lebe ich noch? Oder lebt zumindest die Bürokratie noch? – – – Der Mensch ist gestorben.

  2. Hi Gotteskind, danke für deinen Kommentar. Gute Frage, ob Gott nicht manchmal auch überlastet ist mit Chatanfragen? Ich jedenfalls kenne auch das Gefühl, dass Gott mich scheinbar nicht hört und vergessen hat.
    Trotzdem glaube ich, dass das nicht an einer überlasteten himmlischen Bürokratie liegt – sondern dass es zu Gottes Weg mit meinem Leben gehört, dass ich helle und dunkle Stunden erlebe. Vielleicht könnte dir der Psalm 23 weiterhelfen: http://gotteskuss.ch/?page_id=56

  3. gott hat die Dinosaurier erschaffen. er hat es so gewollt dass ein Lebewesen dem anderen Schmerz und Leid zufügen muss um zu überleben. und dafür kann man nicht wie sonst üblich irgendwen oder irgendwas verantwotlich machen. nur Gott! Auch darum hoffe ich diesem Sadisten nie zu begegnen!

  4. Lieber Roland,
    danke für deine anregende Frage. Ich habe wohl keine zufriedenstellende Antwort für dich. Einzig vielleicht der Hinweis auf eine geheimnisvolle Stelle im Jesaja-Buch. In Kapitel 11 steht die Vision von einem Land in dem der Wolf friedlich mit dem Lamm zusammenlebt und kleine Jungen die Löwen hüten. Für mich sieht es danach aus, dass das „Fressen und gefressen werden“ unserer Zeit nicht Gottes Plan entspricht. Eine weitere Bibelstelle, die das ausdrückt steht in Römer 8 ab Vers 18. Dort steht unter anderem: „Darum wartet die ganze Schöpfung sehnsüchtig und voller Hoffnung auf den Tag, an dem Gott seine Kinder in diese Herrlichkeit aufnimmt. Ohne eigenes Verschulden sind alle Geschöpfe der Vergänglichkeit ausgeliefert, weil Gott es so bestimmt hat. Aber er hat ihnen die Hoffnung gegeben, dass sie zusammen mit den Kindern Gottes einmal von Tod und Vergänglichkeit erlöst und zu einem neuen, herrlichen Leben befreit werden. Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung leidet und stöhnt wie eine Frau in den Geburtswehen.“
    Was meinst du dazu?

  5. Hallo! Mein Leben lang versuchte ich mit Behaarlichkeit, mir und anderen zu beweisen das Gott nicht exestiert. Das hat sich vor 2 Jahren geändert, als mein ganzes Ich, den Wert den ich hier auf Erden hatte verlor. Der einzige Gedanke der mein Sein umschloss war der Wunsch das es endlich vorbei sein sollte. Ich wollte nur mehr sterben! Ich war auf meinem Balkon und blickte Richtung Kirche als ich diesen famosen Wunsch äußerte. Und in diesem Moment geschah etwas das ich bis heute nicht mehr leugnen kann. Gott ist hier! Das war er schon seit der ersten Sekunde meines Lebens und das wird er auch in der Letzten sein. Es war wie ein Licht, das mich berührte. Nur reiner und heller! Seitdem gab er mir auf jede Frage die ich ihm stellte, Antworten! Er ist das Alpha und das Omega. Der Anfang und das Ende aller Dinge! So sollte auch die Bibel sein weswegen ich hier schreibe. Eine Anleitung um dem Buch der Bücher zu seinem Glanz zu verhelfen. Auf der linken Seite liest man die erste Seite, auf der rechten die letzte (die Schrift muss auf dem Kopf stehen(180°). Wenn man nun umblättert steht auf der rechten Seite die zweite Seite der Bibel und auf der linken, die vorletzte Seite(180°). Und so weiter! Wenn das Werk getan ist, wäre es das erste Buch, indem der Anfang zugleich das Ende darstellt!!! Ein Buch das ihm gerecht wäre. Ich weiß das diese Zeilen bei vielen Gläubigen Menschen, Spot und Hohn verursachen. Ich wollte diejenigen nicht mit meinen Worten beleidigen. Es wird jemand kommen um uns allen sein Licht zu offenbaren und es wird jedem frei sein diesem zu folgen! /_\

  6. Danke Christian für deinen Kommentar und deinen offenen Bericht über dein Leben und dein Erleben mit Gott!
    Mit deiner Leseanleitung komme ich noch nicht klar. Wird kopfüber und Rückwärts gelesen?

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