Weihnachten im Schützengraben

Weihnachtsfrieden 1914Weihnachten 1914: Europa im ersten Weltkrieg. Die Front zieht sich über 600 Kilometer von der Nordsee bis zu den Alpen. Verfeindete Nationen stehen im verbitterten Kampf. Vier Monate schon dauert der Krieg, von dem die meisten Hofften, dass er an Weihnachten vorbei sein würde. Alles andere als das. 160.000 Engländer, 300.000 Franzosen und 300.000 Deutsche sind bisher gestorben. Und es sollte erst der Anfang sein.

„We not shoot, you not shoot!“

Um die Moral der Truppe zu heben, verschickte die deutsche Heeresleitung Christbäume mit Schmuck an die Front. In Fleurbaix, einem Dorf im Pas-de-Calais, reckten die deutschen Soldaten an Heiligabend ihre Bäume aus dem Schützengraben. Einige machten sich mit den Bäumen auf den Weg in Richtung Feinde: „We not shoot, you not shoot!“ sollen sie gerufen haben. Zögerlich kamen auch die Briten aus ihren Stellungen. Man schüttelte die Hände, rauchte gemeinsam und zeigte einander Familienfotos.

Solche Szenen spielten sich an verschiedenen Stellen der Front ab. Der Soldat Josef Wenzl aus dem bayerischen Reserve-Infanterie-Regiment 16 schreibt in einem Brief vom 28. Dezember 2014 an seine Eltern:

 „Es klingt kaum glaubhaft, was ich euch jetzt berichte, ist aber pure Wahrheit. Kaum fing es an Tag zu werden, erschienen schon die Engländer und winkten uns zu, was unsere Leute erwiderten. Allmählich gingen sie ganz heraus aus den Gräben, unsere Leute zündeten einen mitgebrachten Christbaum an, stellten ihn auf den Wall und läuteten mit Glocken… Zwischen den Schützengräben stehen die verhassten und erbittertsten Gegner um den Christbaum und singen Weihnachtslieder. Diesen Anblick werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“

Die britische Supermarktkette Sainsbury’s hat auf Weihnachten 2014 einen Film zu diesen Ereignissen gemacht. Er wurde in Zusammenarbeit mit Historikern produziert und gibt bis ins Detail Einblick in die damalige Situation:

Frieden auf Erden!

Diesen Ruf hörten nach der Bibel schon die Hirten auf dem Felde, als sie die Einladung zur Krippe erhielten. Friede an Weihnachten. Die erstaunlichen Ereignisse des Weihnachtsfriedens im ersten Weltkrieg zeigen, dass das möglich ist. Weihnachten hat die Kraft zum Frieden in sich.

Doch warum nur so selten? Warum werden auch diese Weihnachten nicht an allen Fronten die Waffen schweigen?

Ich fange mal bei mir an: Wie kann ich Frieden schliessen? Was hilft Weihnachten, wenn Streit ist?

Ich habe erlebt, dass das Nachdenken über die Weihnachtsgeschichte etwas mit mir macht – eine innere Veränderung, die mir Frieden gibt. Laut den biblischen Texten liegt mit Jesus der Messias im Stroh. Die Hoffnungen des ganzen jüdischen Volkes lagen auf ihm: Er wirds richten, er wird Frieden bringen, mit ihm wird alles gut!

Jesus ist auch mein Messias. Er wirds richten, er wird auch in meine Lebenssituation Frieden bringen und er führt mein Leben zu seinem Ziel. Mit ihm wird alles gut! Das ist für mich selber enorm wichtig. Denn bei mit gibt es zwei Gründe, warum Streit entsteht:

A: Ich komme zu kurz und muss für meine Rechte kämpfen!

B: Es läuft nicht so, wie ich das will!

Wenn ich mich auf Jesus ausrichte, dann nimmt das diesen beiden Streitquellen die Kraft. Ich kann gar nicht zu kurz kommen, ich habe den Messias. Ich muss nicht für meine Rechte kämpfen und kann loslassen. „Der Herr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.“ (2. Mose 14.14)

Und auch wenn’s mal nicht nach meinem Willen geht, dann muss ich nicht an mir verzweifeln. „Der Mensch plant seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte.“ (Sprüche 16.9) Für mich ist diese Bibeltext sehr entspannend: Auch wenn meine Pläne scheitern – Gott kommt trotzdem zum Ziel!

Also für mich hat diese Weihnachten genügend Frieden parat. Und ich höre nicht auf, daran zu glauben, dass dieser Frieden auch für die ganze Welt reichen könnte!

Und wie ist das bei dir? Was brauchst du, damit du diese Weihnachten Frieden hast?

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Bild: wikimedia.commons

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