Teure Kamera

Christian Schreiber ist Diplomingenieur für Medientechnik und hat für eine Firma in Hessen eine ganz besondere Filmkamera entwickelt. Er nennt sie mit Namen „Antelope“, weil sie sein „Baby“ ist. Eine Kamera wie sie hat es noch nie gegeben. Sie nimmt Bilder in Superzeitlupe auf: 2600 Bilder pro Sekunde und das in „High Definition“! Mit seinem Kollegen arbeitete Christian Schreiber monatelang an der Entwicklung dieses Wunderdings, investierte mehr als eine halbe Million Euro und etliche Nachtschichten. Dann am 7. Mai 2011 die Premiere: Der erste Live-Einsatz seines „Babys“ am Bundesligaspiel „Eintracht Frankfurt“ gegen „1. FC Köln“. Geht alles rund, soll die Kamera in die Serienproduktion gehen und in Zukunft den Sportfans noch spektakulärere Bilder in die Wohnstuben liefern.

Das Spiel war heiss. Für Frankfurt gings um den Abstieg. Nachdem sie zwei Tore kassierten, rasteten die Frankfurter Fans aus. Sie stürmten das Spielfeld und schlugen alles klein, was ihnen vor die Hände geriet. Christian Schreiber sah vom Übertragungswagen aus die wütenden Horden auf seine „Antelope“ zukommen. Bis zum Schluss leistete die Kamera treuen Dienst und filmte wohl sogar noch das Gesicht des einen Fans, der sie mit Wucht kaputtschlug. Der Bildschirm von Christian Schreiber wurde schwarz. Er berichtete, dass auch Tränen geflossen sind.

Zu verlieren, was einem lieb und teuer ist, ist hart. „Antelope“ war einzigartig – aber trotz allem nur ein Gerät. Sie kann ersetzt werden. Anders ist es wenn wütende Horden Menschen totschlagen – jeder Mensch ist einzigartig, unersetzlich. Gott ist der Entwickler jedes einzelnen Menschen. Er hat mehr investiert als Christian Schreiber in seine Kamera. Wie muss sein Herz bluten, wenn er zusehen muss, wie seine Geschöpfe umgebracht werden? Was für bittere Tränen weint Gott? Und wie war es damals, als er mit ansehen musste, wie Jesus Christus hingerichtet wurde – der, von dem Gott selber sagte, dass er sein geliebter Sohn sei. Was muss Gott für eine Wut im Bauch haben? Kann da je wieder Frieden sein, zwischen Gott und Mensch?

Ich kann mir das nicht vorstellen. Und doch ist es so. Jesus rief kurz vor seinem Tod zu Gott und sagte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 22.34) Jesus bat um Vergebung für die, die ihn umgebracht haben. Und Gott hat vergeben. Den Menschen damals und auch uns Heute. Dieses unvorstellbare Versöhnungsangebot ist dank Jesus möglich geworden: Gott ist bereit uns Menschen jede Schuld zu vergeben. Wir können den Frieden, den Gott uns anbietet in einem einfachen Gebet annehmen. Gott ist nicht zornig – egal was wie in unserem Leben kaputtgeschlagen haben.

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