“Es sollen jauchzen alle Bäume im Walde!” Psalm 96.12

Letztes Wochenende predigte ich zu diesem Bibeltext. Die Stimmung der Zuhörer hob sich weiter, als ich zusätzlich aus Jesaja 55.12 zitierte: “Berge und Hügel brechen in Jubel aus, und die Bäume am Weg klatschen in die Hände.”

In sichtlich erheiterte Gesichter blickte ich, als ich den Anwesenden folgende Frage stellte: “Was für eine Beziehung haben Bäume zu Gott? Gehen die auch in die Kirche um Gott zu loben?”

Bäume gehen in keine Kirche

Ich erinnere mich noch lebhaft an meinen Besuch im botanischen Garten in Kandy (Sri Lanka). Dort habe ich Bäume gesehen, wie ich sie mir nicht einmal vorstellen konnte. Zum Beispiel meterlange Wurzeln, die scheibenförmig über der Erde liegen. Ich fühlte mich auf einem fremden Planeten.

Bäume haben eine Beziehung zu Gott. Sie wurden von ihm geschaffen. In ihrer Vielfalt und Originalität weisen sie durch ihr Sein auf die unerschöpfliche Krativität Gottes hin. Sie müssen nicht zuerst in eine Kirche um Gott zu loben. Ihr ganzes Wesen ist Lobpreis, und das rund um die Uhr.

Wie ist das bei mir. Ist Lobpreis etwas, wozu ich einmal pro Woche die Kirche besuche?

Von den Bäumen lernen

Für mich ist Lobpreis oft etwas, das zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattfindet. Meistens sonntags um 9.30 Uhr in der Kirche für eine halbe Stunde. Eigentlich schade um die restlichen 167.5 Stunden der Woche.

Darum will ich mir die Bäume als Vorbild nehmen. Lobpreis soll kein besonderer Anlass sein, sondern eine Haltung, die mein Wesen durchdringt. Vom Wecker-Klingeln bis zu den Träumen in der nächsten Nacht wünsche ich mir eine Verbundenheit mit Gott. Ein Leben, das getragen ist von einem Gefühl der Dankbarkeit. Ein Alltag im lebendigen Kontakt zu Gott.

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Bild: Stefanie Fischer