Im Moment beteilige ich mich an der Diskussion über ein neues Lehrmittel des Berner Schulverlags in facts.ch. Konkret geht es darum, dass im ersten Kapitel neben der Evolutionstheorie auch die Schöpfung als möglicher Deutungsrahmen für die Entstehung der Welt behandelt wird.
Ich finde das gut. Vor allem weil in populärwissenschaftlichen Medien die Evolutionstheorie längst nicht nur zur Erklärung von Fakten, sondern auch zur Urteilsbildung in Alltagsfragen benutzt wird. So wird zum Beispiel behauptet: “Umgekehrt ist die Frage der Treue im evolutionären Kontext überhaupt anders zu verstehen: Um gute Gene für den Nachwuchs zu erhalten, ist es sinnvoll, etwas Besseres zu nehmen, wenn es diese Option gebe”
Biologisch gesehen gäbe es auch noch andere Fakten. Zum Beispiel dies, dass es auch Tierarten gibt, die durch stabile Partnerschaften einen zusätzlichen Vorteil in der Aufzucht von Nachwuchs erreichen. Bei der obigen Aussage ist der Schritt vom Faktum zur Deutung gemacht. Wenn eine erkenntnistheoretische Hypothese den Anspruch erhebt, Lebensfragen zu beantworten, dann darf sie den naturwissenschaftlichen Anspruch nicht länger als Feigenblatt vorhalten. Wer sich zur Ethik äussert, muss erklären woher er seine Massstäbe nimmt. Ich habe das schon getan, ich nehme sie aus der Bibel. Wer sie aus der Evolutionstheorie ableitet, darf das auch gerne tun. Er soll aber bitte dazu stehen, und seine Deutungen nicht als naturwissenschaftliche Fakten verkaufen.





















